Lapland Snowmobile vs Husky Safari: Welche Arktis-Tour zuerst buchen?
Ich habe beides gemacht – und hier ist, was dir keiner erzählt
Es war der 18. Dezember, -22°C, als ich um 8:30 Uhr morgens vor einer kleinen Husky-Farm stand. Die Farm lag 40 Minuten nordöstlich von Rovaniemi, weit draußen im Wald bei Ranua. Der Schnee knirschte unter meinen Stiefeln – pakkanen, wie wir hier sagen, wenn die Kälte richtig zubeißt. Die Hunde – Sibirische Huskys und Alaskan Malamute-Mixe – jaulen los, als sie mich sehen. Dampf steigt von ihrem Fell. Der Guide, ein Finne namens Juhani, der die Farm seit 14 Jahren betreibt, reicht mir einen Einteiler aus dickem Nylon. „Die Hunde spüren, ob du nervös bist“, sagt er. „Sie leben davon.“
Zwei Wochen später saß ich auf einem Schneemobil – einer Lynx 600cc – und raste über den zugefrorenen Kemijoki. Es war 16 Uhr, die Dämmerung war schon fast vorbei, und die Scheinwerfer schnitten gelbe Kegel in die Dunkelheit. Der Wind zerrte an meinem Helmvisier. Der Guide, eine Finnin namens Sanna, hielt an einer Stelle an, wo der Fluss eine Biegung macht, und zeigte auf einen Hügel. „Da drüben, 15 Kilometer nördlich, ist die Grenze zum Polarkreis. Wenn wir Glück haben, sehen wir die revontulet später.“
Ich habe beide Touren als normale Kundin gebucht – voller Preis, keine Presse-Einladung. Und ich werde dir jetzt sagen, was ich wirklich denke, ohne das Marketing-Geschwafel, das du sonst überall findest.
Die Schneemobil-Tour – Das Erlebnis
Ich buchte die Kombi-Tour, die Schneemobil- und Nordlicht-Tour in einem. Preis: 149 € pro Person. Dauer: 4 Stunden.
Die Ausrüstung war solide: Helm mit Visier, dicke Handschuhe, Overalls, Stiefel. Die Maschine – eine Lynx 600 – war fast neu, Baujahr 2022, mit beheizten Griffen. „Das ist kein Spielzeug“, sagte Sanna, als sie mir die Bedienung zeigte. „Gas geben, bremsen, lenken. Kein Vollgas auf dem Eis, die Traktion ist anders.“ Sie hatte recht. Auf dem Fluss fühlte sich das Ding an wie ein störrischer Elch – schwer, träge, aber wenn du den Dreh raushattest, flogst du förmlich.
Wir fuhren etwa 30 Kilometer durch den Wald, vorbei an Birken, deren Äste unter der Schneelast hingen. Um 18:30 Uhr stoppten wir an einer Holzhütte – einer kota – mitten im Nirgendwo. Sanna machte ein Feuer an, kochte Kaffee und heißen Preiselbeersaft. Und dann, gegen 19:15 Uhr, geschah es: Der Himmel riss auf, und ein blasses grünes Band zog sich von Osten nach Westen. Kein Instagram-Grün – eher ein milchiger Schimmer, der sich bewegte, als würde jemand an einem grünen Tuch ziehen. Sanna stellte mein Stativ auf, erklärte mir die Belichtungszeit (15 Sekunden, ISO 1600). Das Foto, das sie mir zwei Tage später schickte, zeigte Farben, die mein Auge nie gesehen hatte..
Für wen ist diese Tour NICHT: Wer Höhenangst hat – die Maschine ist laut und ruckelig. Wer friert wie ein Hund – die Fahrt bei -25°C ist windig, auch mit beheizten Griffen. Und wer denkt, er sieht die Nordlichter wie auf Instagram – nein, das Auge sieht sie blass, die Kamera macht die Magie.
Warum die Husky-Safari mich fast überzeugt hat
Die Husky-Tour war etwas ganz anderes. Ich buchte eine 5-Kilometer-Husky-Safari bei Rovaniemi – 95 € pro Person, Dauer: 2 Stunden inklusive Anleitung und heißem Saft in der kota.
Die Farm war klein – vielleicht 40 Hunde, keine 200 wie bei den großen kommerziellen Farmen bei Santa Claus Village. Juhani erklärte mir, wie man das Team lenkt: „Nie die Leine loslassen. Nie auf die Bremse treten, wenn die Hunde rennen – sie verletzen sich sonst an den Pfoten.“ Ich stand auf den Kufen, die Hunde zogen an, und dann – Stille. Nur das Knirschen der Kufen im Schnee, das Hecheln der Hunde, der Wind in den Bäumen. Kein Motor. Kein Lärm. Nur Lappland, wie es sein soll.
Nach 5 Kilometern – etwa 45 Minuten Fahrt – hielten wir an einer kota aus Holz. Juhani hatte ein Feuer gemacht, und in der Hütte roch es nach Rauch und Kiefernharz. Er schenkte heißen Preiselbeersaft ein, süß und säuerlich, und erzählte, wie die Hunde im Sommer trainieren – sie ziehen Geländewagen auf Schotterwegen, um fit zu bleiben. „Die meisten Touristen buchen die falsche Farm“, sagte er. „Sie wollen Instagram, nicht Hunde.“
Für wen ist diese Tour NICHT: Wer kein Tiergeruch mag – die Hunde stinken, nass und wild. Wer schnell fahren will – die Hunde laufen etwa 8–10 km/h, kein Rennen. Und wer Rückenprobleme hat – die Kufen federn nicht, das holpert ordentlich.
Der Moment, in dem ich meine Entscheidung traf
Nach beiden Touren – und ich habe sie im Abstand von zwei Wochen gemacht – stand ich vor der Frage: Welche würde ich einem Freund zuerst empfehlen?
Die Antwort kam mir, als ich an einem kalten Januarabend in meiner Wohnung in Rovaniemi saß. Draußen war es -28°C, die Fenster waren zugefroren. Ich schaute auf die Fotos von der Schneemobil-Tour – das grüne Band über dem Fluss, mein Helm mit Reif am Visier, die kota mit dem rauchenden Schornstein. Und dann die Husky-Fotos – Juhanis Hunde, die in den Schnee schnüffeln, die Stille auf den Kufen, der Saft in der Hütte.
Ich habe mich für das Schneemobil entschieden. Nicht, weil es besser war – beide waren großartig –, sondern weil es ein Erlebnis ist, das du in dieser Form nur in Lappland hast. Ja, du kannst in den Alpen Schneemobil fahren. Ja, du kannst in Kanada Husky fahren. Aber die Kombination aus Schneemobil-Fahrt durch die arktische Nacht, dem Feuer in der kota und der Chance auf Nordlichter – das ist etwas, das ich so nirgendwo sonst gefunden habitat.
Der Husky-Safari fehlt dieser „Wow“-Moment. Sie ist ruhig, authentisch, fast meditativ – aber sie ist auch kurz und statisch. Du fährst eine Runde, trinkst Saft, fährst zurück. Das Schneemobil gibt dir das Gefühl, wirklich in der Wildnis unterwegs zu sein, auch wenn du nur 30 Kilometer fährst.
Aber: Wenn du mit Kindern reist oder Tiere liebst, nimm die Husky-Tour. Meine Nichte (8 Jahre alt) war auf der Husky-Farm und hat noch Wochen später davon geschwärmt. Das Schneemobil ist zu laut und zu schnell für kleine Kinder.
Was ich vorher gern gewusst hätte
Hier sind die Dinge, die mir keiner gesagt hat – und die den Unterschied zwischen einer guten und einer großartigen Tour ausmachen.
- Kleidung ist alles. Ich trug Merinowolle als erste Schicht, eine Fleecejacke darüber und den Overall der Tour. An den Füßen: Wollsocken und die Leihstiefel. Das reichte bei -22°C. Aber ich sah Touristen in Jeans und Daunenjacken – nach 20 Minuten waren sie durchgefroren. Baumwolle tötet in Lappland – das sagt man hier nicht umsonst.
- Die Tageszeit entscheidet. Im Dezember hast du in Rovaniemi etwa 3 Stunden Dämmerung – von 11 bis 14 Uhr. Die Husky-Tour um 14:30 Uhr war schon fast dunkel. Die Hunde sahen die Spur kaum, und ich auch nicht. Buche die Husky-Tour für 10 Uhr morgens, wenn das Licht am besten ist.
- Nordlichter sehen anders aus. Die revontulet sind am Himmel meist blassgrün oder weiß – wie ein Nebel, der sich bewegt. Die Farben, die du auf Instagram siehst, sind Langzeitbelichtungen. Ich war trotzdem überwältigt, aber sei nicht enttäuscht, wenn dein Auge nur einen Schimmer sieht.
- Die Farm ist wichtiger als die Tour. Die großen kommerziellen Farmen bei Santa Claus Village haben 200 Hunde, eine Schlange am Start und einen Souvenirshop. Die kleinen Farmen bei Ranua oder Palojärvi haben 40 Hunde, echte Guides und ehrlichen Saft. Zahle 20 € mehr für die kleine Farm. Es lohnt sich.
- Powerbank mitnehmen. Bei -25°C entlädt sich ein Akku in 20 Minuten. Mein iPhone war nach 15 Minuten Fotos bei der Schneemobil-Tour tot. Nimm eine Powerbank, die du in der Innentasche deines Overalls trägst – die Körperwärme hält sie am Leben.
- Stornierungsbedingungen prüfen. Die besten Anbieter für Nordlicht-Touren bieten eine 100 % Geld-zurück-Garantie, wenn das Wetter keine Sicht zulässt. Ich habe eine Tour gebucht, die das nicht hatte – und saß bei bewölktem Himmel da, zahlte 149 €, sah nichts. Die Tour mit Garantie hätte ich umbuchen können.
Wenn du beides machen willst – und das würde ich jedem empfehlen, der mindestens 4 Tage in Rovaniemi ist –, dann buche die Husky-Tour für den ersten Tag (leichter Einstieg, keine Vorkenntnisse) und die Schneemobil-Tour für den zweiten oder dritten Tag (mehr Action, Nordlicht-Chance). Aber wenn du nur eine machen kannst: Nimm das Schneemobil. Es ist lauter, kälter, teurer – aber es ist das, wovon du noch in Jahren erzählen wirst.
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Häufig gestellte Fragen
Ist die Schneemobil-Tour für Anfänger geeignet?
Ja, die Tour, die ich gemacht habe, war für Anfänger ausgelegt. Du bekommst eine 15-minütige Einweisung, und die Guides fahren langsam an. Aber sei gewarnt: Die Maschine ist schwer (ca. 250 kg) und das Lenken auf Eis erfordert Gefühl. Wer noch nie ein Motorrad gefahren ist, wird sich anfangs unsicher fühlen. Die Tour ist ab 16 Jahren empfohlen.
Wie kalt wird es auf der Husky-Safari wirklich?
Die Fahrt selbst ist windig – bei -20°C Außentemperatur fühlt es sich durch den Fahrtwind wie -30°C an. Der Overall und die Handschuhe der Tour schützen gut, aber dein Gesicht wird kalt. Ich trug einen Schal, der über Nase und Mund reichte, und eine Mütze unter dem Helm. Nach 45 Minuten auf den Kufen war ich an den Wangen leicht taub – das ist normal.
Sehe ich bei der Schneemobil-Tour garantiert Nordlichter?
Nein. Die Tour bietet eine Chance, aber keine Garantie. Die Guides fahren zu Orten mit wenig Lichtverschmutzung, aber die revontulet hängen von Sonnenaktivität und Wolken ab. Im Dezember und Januar ist die Wahrscheinlichkeit höher (klare Nächte sind häufiger), aber ich hatte auf einer Tour bewölkten Himmel und sah nichts. Buche eine Tour mit Geld-zurück-Garantie, wenn dir das wichtig ist.
Kann ich die Husky-Tour mit einem Kleinkind machen?
Ja, aber nur als Passagier. Kinder unter 6 Jahren sitzen im Schlitten, nicht auf den Kufen. Die Farm, die ich besuchte, hatte einen speziellen Schlitten mit Sitz und Decken für Kinder. Die 5-km-Strecke ist kurz genug, dass auch ein Kleinkind nicht unruhig wird. Aber bei Temperaturen unter -20°C würde ich es nicht empfehlen – die Kälte ist für kleine Kinder zu intensiv.
Welche Tour ist besser für Fotografen?
Die Schneemobil-Tour, wegen der Nordlicht-Chance und der längeren Zeit draußen. Du hast mehr Gelegenheit, Langzeitbelichtungen zu machen, und die Guides helfen mit Stativen und Einstellungen. Die Husky-Tour ist zu kurz und zu statisch für ernsthafte Fotografie – du bist 45 Minuten unterwegs und dann in der Hütte. Für Schnappschüsse mit dem Handy reicht beides.
Sollte ich Touren vor Ort buchen oder online?
Online, und zwar früh. Im Dezember und Januar sind die guten Touren oft Wochen im Voraus ausgebucht. Vor Ort in Rovaniemi findest du noch Last-Minute-Plätze, aber meist bei den großen kommerziellen Anbietern, die ich nicht empfehle. Ich buche immer über Viator, weil du Bewertungen lesen und die Stornierungsbedingungen prüfen kannst. Die kleinen Farmen haben oft keine eigene Buchungsplattform.
Schneemobil- und Nordlicht-Tour (Kombi)
Die Tour, die ich gebucht habe: 4 Stunden, Schneemobil durch den Wald und über den gefrorenen Kemijoki, dann Nordlicht-Jagd mit Feuer in der kota. Neue Maschinen, kleine Gruppe (max. 8 Personen). Pro: Du hast zwei Erlebnisse in einem Abend. Contra: Wenn die Nordlichter ausbleiben, zahlst du 149 € für eine Schneemobilfahrt.
Auf Viator buchen →5-km-Husky-Safari bei Rovaniemi
Kleine Farm, 40 Hunde, ehrlicher Guide. 2 Stunden inklusive Anleitung und heißem Saft in der kota. Pro: Authentisch, tierfreundlich, günstiger. Contra: Kurze Strecke (5 km sind in 45 Minuten vorbei), kein Nordlicht, keine Action. Für Tierliebhaber und Familien die bessere Wahl.
Auf Viator buchen →Explore More
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